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TradingView-Charts laufen trotzdem. Metriken zeigen Simulationsdaten.
...

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BearishScore: —Bullish
Letztes Update: Quelle: Yahoo Finance Status: Manuell

Major Market Averages

S&P 500 vs 50-Tage MA
S&P 500 vs 200-Tage MA
NASDAQ vs 50-Tage MA
Dow Jones Trend

Leading Stocks

NVDA 5-Tage Performance
MSFT 5-Tage Performance
META 5-Tage Performance
AAPL 5-Tage Performance

Market Internals

S&P 500 Preis
50-Tage MA
200-Tage MA
VIX Level

Overall Trend

Golden/Death Cross
S&P über MA200
Unterstützung (97% MA200)
Widerstand (+3% Preis)

Sentiment & Volatilität

VIX (Fear Index)
VIX 20-Tage Durchschnitt
VIX Trend
Marktrisiko

Zinsen & Rohstoffe

10Y Treasury Yield
Gold Preis
Russell 2000 vs MA50
USD Index (DXY)

Psychol. Indikatoren

USD-Stärke (DXY)

DXY Aktuell
DXY vs 50-Tage MA
Tagesveränderung
Signal

Markt-Heatmaps

Marktübersicht

Technische Analyse

Hauptindizes mit gleitenden Durchschnitten (MA50 & MA200)

S&P 500

Was zeigt dieser Chart?
Der S&P 500 ist der wichtigste Referenzindex für den US-Aktienmarkt mit 500 Large-Cap-Unternehmen. Er bildet die Grundlage für Minervinis Marktampel.
Bullish: Preis > MA50 > MA200 Bullish: Golden Cross (MA50 kreuzt MA200 von unten) Bearish: Preis < MA200 Bearish: Death Cross (MA50 unter MA200)
Minervini-Regel: Kaufe nur, wenn der Markt (SPX) in einem bestätigten Uptrend ist — Preis über MA50, MA50 über MA200. Bei Korrekturen unter MA200 reduziere Exposure drastisch.

NASDAQ Composite

Was zeigt dieser Chart?
Der NASDAQ Composite enthält über 3.000 Aktien, dominiert von Technologie- und Wachstumsunternehmen. Er ist der wichtigste Index für Minervini-typische Momentum-Aktien.
Bullish: NASDAQ führt den S&P 500 an (relative Stärke) Bearish: NASDAQ fällt stärker als SPX (Risk-Off) Achtung: NASDAQ ist volatiler — größere Schwankungen normal
Elder-Perspektive: Wenn der NASDAQ den Markt anführt, sind Momentum-Strategien besonders effektiv. Schwäche im NASDAQ bei starkem SPX = Warnsignal.

Russell 2000 – IWM ETF (Small Caps)

Was zeigt dieser Chart?
Der Russell 2000 ist der wichtigste Small-Cap-Index. Er ist ein exzellenter Marktbreite-Proxy: Wenn auch Small Caps steigen, ist die Rallye breit getragen.
Bullish: Russell 2000 outperformt den S&P → breite Rallye Bearish: Russell fällt, S&P steigt → eng, nicht nachhaltig Neutral: Divergenz = Vorsicht geboten
Warum wichtig: Small Caps reagieren stärker auf Kreditbedingungen und Konjunktur. Ihre Schwäche warnt früh vor einer breiteren Marktkorrektur.

Dow Jones – DIA ETF

Was zeigt dieser Chart?
Der Dow Jones enthält 30 Blue-Chip-Aktien. Er reagiert stark auf makroökonomische Entwicklungen und ist ein wichtiger Sentiment-Indikator für institutionelle Investoren.
Bullish: Dow bestätigt NASDAQ-Stärke → breiter Uptrend Bearish: Dow-Divergenz zu NASDAQ = Sektorrotation
Dow-Theorie: Klassisch gilt: Dow Jones und Dow Jones Transportation müssen sich gegenseitig bestätigen. Divergenz = Warnsignal.

Marktbreite (Market Breadth)

Wie viele Aktien nehmen an der Bewegung teil?

📊 Advance-Decline Linie

Die A/D-Linie zählt täglich: steigende minus fallende Aktien (kumuliert). Sie zeigt ob eine Rallye breit getragen ist oder nur von wenigen Mega-Caps.
Bullish: A/D steigt mit Index → breite Partizipation Bearish: A/D fällt, Index noch oben → Divergenz
Minervini: Nur wenn auch Small- und Mid-Caps steigen, ist der Uptrend gesund.

→ NYSE A/D auf StockCharts öffnen → NASDAQ A/D

📈 New Highs / New Lows

Täglich neue 52-Wochen-Hochs minus neue 52-Wochen-Tiefs. Zeigt die Stärke an den Extremen des Marktes.
Bullish: Mehr neue Hochs → gesunder Uptrend Bearish: 3 Tage Netto-Tiefs → Markt suspekt Bearish: NH/NL expandiert bei steigendem Index → Divergenz
Elder-Regel: Wenn New Lows 3 Tage in Folge steigen (auch ohne Indexkorrektur) → Exposure reduzieren.

→ NYSE NH/NL auf StockCharts öffnen → $USHL5 (5-Tage MA)
Warum unterscheiden sich Breadth-Indikatoren von Preis-Indizes?
Preis-basierter Index (Dow, NDX100): Gewichtet nach Marktkapitalisierung. Apple, Microsoft, NVIDIA machen >20% des S&P 500 aus. Ein Rally dieser 3 Aktien kann den gesamten Index heben, auch wenn 400+ Aktien fallen.

Breadth-Indikator: Zählt Aktien, nicht Gewichtung. Jede Aktie zählt gleich. Zeigt die Gesundheit des Gesamtmarktes.

Schlüssel-Erkenntnis: Ein Markt kann auf dem Chart steigen, aber innerlich schwach sein (Breadth-Divergenz). Das passiert typischerweise in der Spätphase eines Bullenmarktes oder am Anfang einer Trendwende.

Sentiment & Volatilität

Angst und Gier als konträre Indikatoren

VIX – Volatilitätsindex (Fear Index)

Den VIX verstehen
Der VIX misst die implizite Volatilität von S&P 500 Optionen — also die Markterwartung zukünftiger Schwankungen für die nächsten 30 Tage.
Bullish: VIX unter 15 → Ruhe, Gier dominiert Neutral: VIX 15–25 → normale Marktbedingungen Bearish: VIX über 25 → erhöhte Unsicherheit Extrem: VIX über 40 → Panik (konträr bullish!)
Konträr-Regel: VIX-Spitzen (über 40–50) markieren oft Marktböden. Wenn alle in Panik sind, ist das Abwärtspotenzial bereits eingepreist. Historische VIX-Spitzen (2008: 80, 2020: 85) = optimale Einstiegspunkte für mutige Käufer.

VVIX – Volatilität der Volatilität

Was ist der VVIX?
Der VVIX misst die Volatilität des VIX selbst — also wie sehr der VIX schwankt. Er ist ein Frühindikator für kommende Marktturbulenzen.
Bullish: VVIX unter 80 → stabile Volatilitätserwartungen Bearish: VVIX über 120 → Volatilität der Volatilität explodiert Achtung: VVIX steigt oft vor dem VIX → Frühwarnsignal
Praxis: Wenn VVIX stark ansteigt, aber der VIX noch niedrig ist, bereitet sich der Markt auf einen Volatilitätsschub vor. Hedges werden teurer.
Warum können extreme Panik-Werte bullisch sein?
Konträre Indikatoren: Sentiment-Indikatoren funktionieren am besten als Kontra-Signale bei Extremwerten. Wenn 60% der Anleger bearish sind, haben die meisten bereits verkauft — der Verkaufsdruck ist erschöpft.

Historische Beispiele:
• März 2009: AAII Bearish >70% → Beginn eines 10-Jahres-Bullenmarktes
• März 2020: VIX 85, Fear & Greed bei 2/100 → Perfekter Einstiegspunkt
• Oktober 2022: AAII Bull-Bear-Spread auf Rekordtief → Marktboden

Wichtig: Extreme Sentiment-Werte sind notwendig aber nicht hinreichend. Warte auf eine Preis-Bestätigung (Follow-Through-Day nach Minervini) bevor du kaufst.

Makro & Zinsen

Renditekurve, Fed-Politik und Wirtschaftsindikatoren

US 10-Year Treasury Yield

FRED DGS10 ↗
Die 10-jährige Rendite verstehen
Die 10Y-Rendite ist der globale Referenzzins. Steigende Renditen erhöhen den Diskontierungsfaktor für Aktien (besonders Wachstumswerte) und können Aktienmärkte belasten.
Bullish für Aktien: Fallende Renditen → höhere Bewertungen möglich Bearish für Aktien: Renditen steigen schnell → Kapital fliesst in Bonds Kritisch: Über 5% = starker Gegenwind für Wachstumsaktien
Realzins-Effekt: Wenn Renditen über der Inflationsrate liegen (positiver Realzins), wird Gold und Wachstum belastet. Bei negativem Realzins profitieren Gold und Risk Assets.

US 2-Year Treasury Yield

FRED DGS2 ↗
2Y-Rendite & Zinskurven-Inversion
Die 2Y-Rendite ist stark Fed-Politk-abhängig. Wenn die 2Y-Rendite über der 10Y-Rendite liegt, spricht man von einer invertierten Zinskurve.
Warnsignal: 2Y > 10Y = Invertierte Zinskurve Rezessionsindikator: Inversion vorausgehend zu jeder US-Rezession seit 1970 Wichtig: Rezession kommt typisch 6–24 Monate NACH der Inversion
Aktuell beobachten: Wenn die Zinskurve nach langer Inversion wieder normalisiert (2Y fällt unter 10Y), ist das oft ein Zeichen der nahenden Rezession — Märkte fallen meist NACH der De-Inversion.
📡 FRED Wirtschaftsdaten (Federal Reserve)
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📉 Renditekurve (Yield Curve)
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Rohstoffe & Devisen

Makroökonomische Barometer und Risk-On/Off-Indikatoren

Gold (XAUUSD)

Gold als Makro-Indikator
Gold ist Krisenwährung und Inflationsschutz. Es steigt bei negativen Realzinsen, geopolitischer Unsicherheit und USD-Schwäche.
Bullish: Fallende Realzinsen, schwacher USD, Flucht in Sicherheit Bearish: Steigende Realzinsen, starker USD
Korrelation: Gold vs. USD negativ korreliert. Gold vs. Realzins stark negativ korreliert (Gold hat keinen Cashflow, leidet bei hohen Opportunitätskosten).

Rohöl (WTI Crude, CL1!)

Öl als Wirtschafts- & Inflationsbarometer
Öl ist gleichzeitig Wirtschaftsindikator (Nachfrage) und Inflationstreiber (Versorgung). Stark steigende Ölpreise belasten Konsum und erhöhen Inflationsdruck.
Bullish für Wirtschaft: Öl steigt moderat → starke Nachfrage Bearish: Öl fällt stark → schwache Nachfrage / Rezessionsangst Bearish für Aktien: Öl explodiert nach oben → Stagflationsrisiko

Kupfer (HG1!) – Dr. Copper

Warum heisst Kupfer “Dr. Copper”?
Kupfer wird in fast allen Industriesektoren verwendet (Bau, Elektro, Autos, Elektronik). Sein Preis gilt als Doktorat in Wirtschaftsprognose.
Bullish: Kupfer steigt → Industrieproduktion wächst, Bauzyklus stark Bearish: Kupfer fällt → Industrieschwäche, China schwächelt
China-Proxy: China konsumiert ~55% des weltweiten Kupfers. Kupferpreis = indirekter Indikator für chinesisches Wirtschaftswachstum.

EUR/USD

USD-Stärke und US-Aktien
Steigender EUR/USD bedeutet schwächerer USD. Ein starker USD ist Gegenwind für US-Multinationalsunternehmen (Exporte werden teurer) und für Rohstoffe.
Bullish für Multinationals: Schwacher USD → höhere Auslandsgewinne in USD Bearish: Starker USD → Druck auf internationale Gewinne Risk-On: Schwacher USD oft mit Risk-On-Umfeld korreliert

USD/JPY – Carry Trade

Der Yen als Risk-On/Off-Signal
Der Japanische Yen ist traditionell eine Safe-Haven-Währung. USD/JPY steigt in Risk-On-Phasen (Dollar stark, Yen schwach) und fällt in Risk-Off-Phasen.
Risk-On: USD/JPY steigt → Anleger nehmen Risiko Risk-Off: USD/JPY fällt scharf → Carry-Trade-Auflösung, Panik Warnung: Schneller Yen-Anstieg (USD/JPY fällt) = globales Stresssignal
Carry Trade: Anleger leihen Yen zu niedrigen Zinsen und investieren in höherverzinsliche Assets. Bei Panik werden diese Positionen gleichzeitig aufgelöst → Yen steigt explosiv, Risk Assets fallen.

Sektoren & Rotation

OECD-Konjunkturphasen, Sektorrotation und Bewertungsmodelle nach BCA Research

📋 COT & Minervini

Commitment of Traders · Wöchentliche Checkliste · Lern- und Nachschlagewerk

0 von 17 Punkten erledigt
A · Datenabruf & Überblick
B · Interpretation des Smart Money
C · Minervini Chart-Setup
D · Risiko & Timing
E · Letzter Filter vor Order
Wenn COT-Bias gegen den Trade läuft: Positionsgröße halbiert oder Trade ausgesetzt?
Wenn COT neutral ist: nur einsteigen, wenn das Chart-Setup exzellent ist.
Erscheinungsrhythmus: Jeden Freitag um 15:30 Uhr ET (21:30 Uhr MEZ). Die Daten beziehen sich auf den Dienstag derselben Woche — es gibt immer eine Verzögerung von ~3 Handelstagen.
⏱ Wöchentliche Abruf-Routine
Wann: Freitag ab 21:30 Uhr MEZ / Samstag früh — vor dem Wochenend-Review
1
Barchart öffnenbarchart.com/futures/commitment-of-traders
Spalte „Net Position" + Percentile (3Y) für ES, NQ, RTY, ZN, 6E, 6J, GC, CL, HG ablesen
2
Extremwerte identifizieren
Nur Märkte mit Percentile ≤ 10% (extrem short) oder ≥ 90% (extrem long) im Fokus halten. Alle anderen ignorieren.
3
Trend der Positionierung prüfen
4–8 Wochen Verlauf ansehen (Cotbase ist ideal dafür). Ist die Extrem-Position konsistent und stabil?
4
Preischart dazu öffnen
Passt das Extrem zu einem technisch überverkauften/überkauften Niveau? COT + Price = stärkstes Signal.
5
Checkliste ausfüllen & Journal-Eintrag anlegen
🔢 CFTC-Marktcodes (für direkte Suche)
Strg+F auf cftc.gov/dea/newcot/f_all.htm → Code eingeben
MarktSymbolCFTC-Code
E-mini S&P 500ES13874A
E-mini Nasdaq-100NQ209742
E-mini Russell 2000RTY239742
US 10-Year T-NoteZN43874A
US 2-Year T-NoteZT42874A
US 30-Year T-BondZB020601
EUR/USD6E099741
JPY/USD6J097741
GBP/USD6B096742
MarktSymbolCFTC-Code
AUD/USD6A232741
CHF/USD6S092741
GoldGC088691
SilberSI084691
WTI Crude OilCL067651
KupferHG085692
MaisZC002602
Natural GasNG023651
SoybeansZS005602
Besonderheit: Für Aktienindex-Futures gibt es keine klassischen „Commercials" im physischen Sinne. Stattdessen den TFF-Report (Traders in Financial Futures) nutzen: Kategorie „Leveraged Funds" (Hedge-Fonds) als Kontraindikator lesen.
E-mini S&P 500 (ES) & Nasdaq (NQ)
Situation (TFF-Report)SignalStärke
Leveraged Funds extrem netto shortContrarian bullisch – Short-Squeeze-Potenzial hoch★★★★☆
Leveraged Funds extrem netto longVorsicht – viel Long-Hebel, hohe Korrekturanfälligkeit★★★☆☆
Asset Managers bauen Short-Hedges aufInstitutionelle Absicherung – mögliches Warnsignal★★☆☆☆
Leveraged Funds short + VIX-SpikeStarkes Kaufsignal (historisch sehr zuverlässig)★★★★★
Russell 2000 (RTY) – Besonderheit
Small Caps reagieren stärker auf inländische Konjunkturerwartungen. Wenn Leveraged Funds im RTY extrem short sind und gleichzeitig der S&P stabil bleibt → Risk-Off-Warnung für Nebenwerte. Ideales Setup: RTY Leveraged Funds short + RTY-Basis-Ausbruch mit Volumen.
Logik: Anleihe-Futures steigen wenn Zinsen fallen. Commercials long in ZN = erwarten fallende Zinsen / steigende Kurse.
10-Year T-Note (ZN) & 2-Year (ZT)
Commercial-PositionBedeutungImplikation für Aktien
Commercials extrem long ZNErwarten fallende Zinsen / steigende AnleihekurseMögl. bullisch für Wachstumswerte
Commercials extrem short ZNHedgen gegen Zinsanstieg, bärisch für AnleihenDruck auf zinsempfindliche Sektoren
Yield Curve invertiert + Comm. short lange AnleihenRezessionssignal – klassisches WarnmusterDefensiv ausrichten
Regel: T-Note COT immer zusammen mit der Zinsstrukturkurve (10Y–2Y Spread) aus dem Makro-Tab lesen. Isoliert weniger aussagekräftig.
Logik: Im FX-COT ist der USD die implizite Gegenposition. EUR/USD Long = long EUR, short USD.
EUR/USD (6E)
SituationSignal
Commercials extrem netto long EUREUR günstig bewertet → erwarten EUR-Stärke / USD-Schwäche
Commercials extrem netto short EUREUR teuer → erwarten EUR-Schwäche / USD-Stärke
Large Specs extrem long EURMögl. EUR-Top – spekulativer Überschwang
Large Specs extrem short EURKontraindikator bullisch – Short-Covering-Potenzial
JPY/USD (6J) — Safe-Haven & Carry-Trade-Warnung
SituationSignal
Large Specs extrem short JPY (Carry Trade aktiv)Risk-On läuft – aber Achtung bei Auflösung
Large Specs bauen JPY-Longs auf (Carry Trade Abbau)Risk-Off Warnung – globaler Schock möglich (wie Aug. 2024)
Commercials extrem long JPYJPY fundamental günstig
Merke: Massenhafte JPY-Long-Eindeckung = Carry-Trade-Auflösung = plötzlicher globaler Risk-Off-Schock. Immer im Blick halten.
Besonderheit Gold: Goldminen-Produzenten sind strukturell netto short (sie hedgen ihre Produktion). Das absolute Niveau ist weniger relevant — entscheidend ist das relative Extrem im historischen Vergleich.
Gold (GC)
SituationSignalStärke
Commercials reduzieren Shorts stark (geringe Netto-Short-Position)Rel. bullisch – Produzenten hedgen wenig★★★★☆
Commercials bauen Shorts aggressiv auf (hohe Netto-Short-Position)Rel. bärisch – Produzenten sichern hohe Preise★★★☆☆
Managed Money extrem long GoldSpekulative Überhitzung – Korrekturrisiko steigt★★★☆☆
Managed Money flieht (baut Longs ab)Panisch-bullisch – oft nahe am Boden★★★★☆
Silber (SI) & Gold/Silber-Ratio
Silber reagiert als gehebelter Gold-Proxy mit stärkeren Ausschlägen.
Klassisches Kaufsignal: Gold/Silber-Ratio hoch (über 80) + Silber-Commercials akkumulieren Longs → antizyklisches Kaufsignal für Silber. Silber COT oft einige Wochen vor Gold.
WTI Crude Oil (CL)
Commercials: Ölproduzenten hedgen Produktion (short), Raffinerien hedgen Bedarf (long). Beide Seiten zählen zu den Commercials.
SituationSignal
Commercials extrem netto short CLProduzenten sichern hohe Preise – Warnsignal für weiteren Anstieg
Commercials akkumulieren LongsPreis günstig – Nachfrager sichern sich günstig ab
Managed Money extrem long CLSpekulative Blase mögl. – Rücksetzerpotenzial
Saisonalität: Öl-COT oft stärker bullisch vor Sommerfahrsaison (April/Mai), schwächer im Herbst.
Kupfer (HG) — „Dr. Copper" Konjunkturindikator
SituationSignal für Konjunktur
Commercials extrem long HGIndustrielle Nachfrager kaufen günstig ein – Konjunkturerholung erwartet
Commercials extrem short HGProduzenten sichern hohe Preise – Nachfrage-Überhitzung mögl.
Kupfer-Commercial-Longs + S&P 500 in Schwäche = klassisches Risk-On Setup (Konjunktur antizipiert Erholung vor dem Chart). Sehr nützlich in Kombination mit dem Cu/Au-Ratio aus dem Sektoren-Tab.
⚡ Schnell-Referenz: COT-Signalstärke nach Kombination
CommercialsLarge SpecsSmall SpecsSignalStärke
Extrem longExtrem shortExtrem shortStarkes Kaufsignal★★★★★
Extrem longNeutralNeutralModerates Kaufsignal★★★☆☆
NeutralNeutralNeutralKein Signal
Extrem shortNeutralNeutralModerates Verkaufssignal★★★☆☆
Extrem shortExtrem longExtrem longStarkes Verkaufssignal★★★★★
Schnell-Matrix: Märkte & Richtung
MarktCommercials extrem long →Commercials extrem short →
ES / S&P 500Lev. Funds short = bullischLev. Funds long = bärisch
ZN / 10Y AnleiheFallende Zinsen erwartetSteigende Zinsen erwartet
GC / GoldGeringe Prod.-Hedges = bullischHohe Prod.-Hedges = bärisch
CL / ÖlRaffinerie-Nachfrage steigtProduzenten sichern Hochpreise
6E / EUREUR-Stärke erwartetUSD-Stärke erwartet
6J / JPYCarry-Trade-Auflösung mögl.Carry Trade aktiv (Risk-On)
HG / KupferKonjunkturerholung erwartetNachfrage-Überhitzung
Klicke auf einen Abschnitt um ihn aufzuklappen. Der COT-Report ist ein Lagging Indicator für die Positionierung — er zeigt was bereits passiert ist (Datenstichtag Dienstag), nicht was als nächstes passiert.
📌 Was ist der COT-Report?

Der Commitment of Traders Report (COT) ist ein wöchentlicher Bericht der US-Aufsichtsbehörde CFTC. Er zeigt die aggregierten Positionierungen aller großen Marktteilnehmer an US-Futures-Börsen — kostenlos und öffentlich zugänglich.

  • Herausgeber: CFTC (Commodity Futures Trading Commission)
  • Erscheinung: Jeden Freitag um 15:30 Uhr ET (21:30 Uhr MEZ)
  • Datenstichtag: Dienstag derselben Woche (~3 Tage Verzögerung)
  • Meldepflicht: Alle Händler mit Positionen über dem Reportable Threshold

Wichtigster Grundsatz: Der COT ist ein strategischer Richtungsfilter, kein Timing-Signal. Er zeigt wer wo steht — nicht wann sich der Markt dreht.

👥 Die drei Händlergruppen

1. Commercials (Hedger) — „Smart Money"
Produzenten, Verarbeiter und institutionelle Absicherer. Eine Getreidemühle sichert Weizenkäufe ab, eine Airline sichert Kerosinbedarf. Sie kennen ihren Markt besser als alle anderen.

  • Handeln gegen den Preistrend: kaufen günstig, verkaufen teuer
  • Extrem netto long → Markt historisch günstig → bullisches Signal
  • Extrem netto short → Markt historisch teuer → bärisches Signal
  • Schwäche: Können falsch liegen oder noch extremer werden — kein Stopp-Signal

2. Large Non-Commercials (Managed Money / Hedge-Fonds)
CTAs, Hedge-Fonds, quantitative Fonds. Handeln rein auf Profit, ohne physisches Geschäft. Sie sind Trendfolger und oft auf der „falschen Seite" bei Extremen.

  • Extrem long → mögl. überkauft, Korrekturrisiko
  • Extrem short → hohes Short-Covering-Potenzial (contrarian bullisch)
  • Glattstellen bei Trendwende verstärkt die Kursbewegung

3. Small Non-Commercials (Non-Reportable)
Retail-Trader unter dem Meldethreshold. Restkategorie, oft klassischer Kontraindikator an Extremen. Von professionellen Analysten meist als Bestätigung genutzt, nicht als Hauptsignal.

📄 Report-Typen im Überblick
Report-TypMärkteEmpfehlung
Legacy COTAlle FuturesStandard für Rohstoffe, FX, täglichen Gebrauch
Disaggregated COTPhysische RohstoffeTiefe Rohstoffanalyse (trennt Swap Dealers von Managed Money)
TFF (Fin. Futures)Aktienindizes, FX, ZinsenFür Indizes und FX — genauere Kategorisierung

Disaggregated vs. Legacy: Im Legacy-Report sind alle großen Spekulanten als eine Gruppe (Non-Commercial) zusammengefasst. Disaggregated trennt: Swap Dealers · Managed Money · Other Reportable — aussagekräftiger für Rohstoffe.

📊 Extremwerte lesen — die wichtigste Technik

Netto-Position berechnen: Netto = Longs − Shorts. Beispiel Gold Commercials: 45.000 L − 180.000 S = −135.000 (stark short).

3-Jahres-Percentile: Aktuelle Netto-Position in der historischen Range der letzten 3 Jahre verorten.

  • > 90% Percentile = extremes Long
  • < 10% Percentile = extremes Short
  • 30%-Percentile ist kein Extrem. Nur Dezile zählen.

Open Interest als Zusatz:

  • Steigender OI + steigender Preis → neues Geld in Long-Richtung → Trend stark
  • Fallender OI + steigender Preis → Short-Covering, schwächeres Signal
  • Steigender OI + fallender Preis → neues Geld in Short-Richtung

Timing-Problem: Extremwerte können Wochen bis Monate bestehen bleiben. Timing-Trigger separat aus dem Chart nehmen: technischer Ausbruch, Volumen-Signal, Schwäche der Large Specs.

⚠️ Häufige Fehler und Fallen
FehlerWarum falschBesser so
COT als Timing-Signal nutzen3 Tage Verzögerung + Extrems halten anNur als Richtungsfilter
Nur eine Woche betrachtenEinzel-Wert kaum aussagekräftig4–8 Wochen verfolgen
Ohne Preischart interpretierenExtrem + Preis gegen Signal = kein SignalImmer Chart dazu
Alle Märkte gleich lesenGold-Commercials ≠ Getreide-CommercialsMarktspezifik beachten
30%-Percentile als ExtremNur Dezile (unter 10 / über 90%) zählenStrenge Filterung
Verzögerung ignorierenFreitags-Daten beziehen sich auf DienstagDatum immer prüfen
🎯 Kombination mit dem Minervini-Setup

COT ist das Fundament — das Chart ist der Trigger.

Setup A – „Smart Money + Trend" (stärkstes Setup):

  • Commercials im Zielmarkt extrem netto long (≥ 90%)
  • Large Specs nicht mehr extrem long (abgebaut)
  • Preis in Stage-2-Aufwärtstrend (200-Tage-MA steigt)
  • Saubere VCP/Base-Struktur
  • Breakout über Pivot mit ≥ 1,5× Durchschnittsvolumen

Setup B – „Contra-Spec + Breakout":

  • Large Specs in relevantem Sektor extrem short
  • Sektor zeigt relative Stärke vs. S&P
  • Führende Aktien im Sektor bilden Bases

Setup C – „COT-Warnsignal" (keine neuen Longs):

  • Commercials extrem short + Large Specs extrem long + Marktbreite schwächelt
  • → Defensive Haltung, stark reduzierte Positionsgrößen
📝 Trade-Journal Eintrag
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Grundlagen: Wie Märkte funktionieren

Makroökonomie, Konjunkturzyklus, BCA-Grundsätze & Marktpsychologie — Quellen: BCA Research / TraderFox / aktienmagazin.de

📍 Aktuelle Marktphase — Meine Einschätzung

← Phase auswählen für Strategie-Empfehlung

Warum der Konjunkturzyklus wichtig ist

Der Konjunkturzyklus bestimmt, welche Vermögenswerte outperformen. Jede Phase hat typische Merkmale bei Inflation, Zinsen, Wachstum und Unternehmensgewinnen — und bevorzugte Sektoren. Wer die aktuelle Phase kennt, kann sein Portfolio entsprechend ausrichten. Jeder Zyklus ist anders, aber die Grundmuster wiederholen sich.

Die 4 OECD-Phasen

Quelle: BCA Research / OECD Composite Leading Indicators

PhaseMerkmaleZinsen / InflationBeste Sektoren
🌱 Erholung Lockere Geldpolitik, Liquidität hoch, Gewinne erholen sich, Wachstum gering, Risikoaversion erhöht, Aktien günstig Niedrige Zinsen, niedrige Inflation Zykliker, Small Caps, Value
Industrie, Werkstoffe, Finanzwerte
🚀 Expansion Neutrale Geldpolitik, Wachstum üppig, Risikoaversion gering, breite Marktpartizipation Zinsen steigen moderat, Inflation moderat (2–3%) Zykliker, Small Caps, Energie
Breit diversifiziert möglich
🌤 Verlangsamung Geldpolitik strafft sich, Wachstum überschlägt sich, Bewertungen ausgedehnt, Risikoaversion steigt Hohe Zinsen, Inflation über 3% Quality Growth, Large Caps, Defensiv, Real Assets
Tech (Qualität), Gesundheit, Versorger
🌧 Kontraktion Deflationsangst, Produktion sinkt, Wachstum gering, Risikoaversion sehr hoch, Kapitalerhalt Priorität Zinsen fallen, Deflationsdruck Defensiv, Qualität, hochprofitable Aktien
Gesundheit, Versorger, Basiskonsumgüter, Anleihen
💡 Minervini-Relevanz: In der Erholungs- und Expansionsphase entstehen die stärksten Momentum-Setups. In der Verlangsamung bevorzugt man Quality-Growth mit soliden Fundamentaldaten. In der Kontraktion reduziert man Positionsgrößen und erhöht Cash-Quote.

Phasen-Indikatoren: Woran erkenne ich die aktuelle Phase?

IndikatorErholungExpansionVerlangsamungKontraktion
Fed Funds RateNiedrig / fallendNeutral / stabilSteigendHoch → Zinssenkungen beginnen
CPI / PCE<2%, niedrig2–3%, moderat>3%, steigendFallend / Deflationsangst
Yield Curve (10Y–2Y)Steil positivPositiv, abflachendFlach / invertiertVersteilung (Zinssenkung)
ArbeitslosenquoteHoch, fallendNiedrigSehr niedrigSteigend
Kreditspread (HY OAS)Hoch, fallendEngBeginnt zu steigenWeit / sehr weit
Kapazitätsauslastung (TCU)Niedrig, steigendHoch (>80%)Sehr hochFallend

Die 8 Grundsätze erfolgreicher Aktienanlage

Von Irene Tunkel, Chief Strategist für US-Aktien bei BCA Research. Diese 8 Prinzipien dienen als Investment-Framework, das verhaltensbedingte Verzerrungen minimiert und gleichzeitig flexibel genug ist, um überraschende Entwicklungen schnell einzubeziehen.
Quelle: aktien Magazin / TraderFox (Jun 2021)

Der Konjunkturzyklus und die makroökonomischen Bedingungen sind die Eckpfeiler jeder Anlageentscheidung. Sie bestimmen, welche Vermögenswerte aufgrund ihres Risikoniveaus eine Outperformance erzielen werden.

Die OECD-Phasenanalyse fasst Kapazitätsauslastung, Wachstum, Geldpolitik, Kreditbedingungen und Bewertungen zusammen. Die Phaseneinstufung leitet die Sektor- und Stilauswahl.

📌 Jeder Zyklus ist anders, aber die Grundmuster wiederholen sich. Wer die Phase kennt, weiß, welche Sektoren und Stile bevorzugt werden — und kann sein Portfolio rechtzeitig neu positionieren.

Auf dem zyklischen Zeithorizont ist Makroökonomie wichtig — aber intra-zyklisch dominieren transiente Themen und exogene Schocks die Märkte. „Schwarze Schwäne" und „graue Nashörner" überwältigen die normale Marktordnung.

Beispiel März 2020: Weder Fundamentaldaten noch Bewertungen spielten eine Rolle. Aktien wurden durch das „Coronavirus-Thema" niedergemetzelt, dann durch „Liquidität im Überfluss" getrieben — drei Monate bevor Analysten das BIP auf Kontraktion revidierten.

📌 Vorübergehende Themen dominieren das Anlageergebnis unabhängig von Makro & Fundamentals. Sie verblassen, sobald sich Wirtschafts- und Gewinnschätzungen angepasst haben. Wer sie frühzeitig erkennt, kann sie nutzen.

Günstige Sektoren (Value): Relative Bewertungen entscheidend. Value-Aktien nähern sich langfristig ihren historischen Mittelwerten an (Mean Reversion). Man braucht einen Katalysator für die Umkehr — wenig Gewicht auf Fundamentals.

Teure Sektoren (Growth): Bewertungen sind weniger wichtig als Wachstumserwartungen und Fundamentaldaten. Frage: Verbessern sich ROE und Margen noch, oder haben sie ihren Höhepunkt erreicht?

📌 Software 2019–2020: Bewertungen waren >2 Standardabweichungen über 10-Jahres-Schnitt — aber Gewinnwachstum und ROE waren robust → Prämie gerechtfertigt. Ende 2020 drehte der ROE → Korrektur folgte unmittelbar.

Man hat es nicht mit einem Aktienmarkt zu tun, sondern mit einem Markt von Aktien. Bottom-up-Verhalten einzelner Titel macht die Top-down-Analyse nuancierter.

Im März 2020 blinkten Zoom, Citrix und Amazon grün — inmitten des Armageddons. Das waren die ersten grünen Triebe für eine der stärksten Rallyes der Geschichte. Wer auf Einzeltitel-Daten achtete, erkannte früher, welche Sektoren gewinnen würden.

📌 Minervini-Relevanz: RS-Leader erkennt man genau hier — Aktien, die früher drehen und in der Marktschwäche relativ stark bleiben. Das ist die Bottom-up-Bestätigung der Top-down-These.

Buffett: „Kaufe wenn Blut auf den Straßen fließt / sei ängstlich wenn andere gierig sind." Märkte preisen die Zukunft ein, nicht die Gegenwart.

S&P 500-Rallye 2020: Fast 70% der Rendite kamen aus Bewertungs-Expansion, nicht Gewinnwachstum. Anleger sahen über die Lockdowns hinweg und antiziperten korrekt die V-Erholung.

Q1/2021 Berichtssaison war ausgezeichnet — aber viele Aktien gaben Gewinne zurück, weil sie für Perfektion bewertet waren. Der Markt hatte das bereits vorweggenommen.

📌 „Kaufe die Erwartung, verkaufe die Nachricht." Märkte reagieren nicht auf absolute Daten, sondern auf Abweichungen von den Erwartungen.

Die Wachstumsrate ist meistens bereits eingepreist — Märkte reagieren auf Veränderungen des Impulses (zweite Ableitung). Eine Änderung der Wachstumserwartungen ist ein führender Indikator für Wendepunkte bei Aktienrenditen.

Beispiel Hotels (2020): Umsätze fallen noch — aber mit geringerer Rate als zuvor. Diese „weniger schlechten" Zahlen reichen, um Hotelaktien in die Höhe zu treiben.

📌 Kaufe nicht wenn Daten gut sind — kaufe wenn die Veränderungsrate dreht. BIP wächst noch nicht, aber das Delta verbessert sich → Einstiegssignal. Gilt analog für Gewinnrevisionen.

Thematisches Investieren ist „intelligentes Momentum-Investing": Einen Katalysator identifizieren, der Aktien im Gleichklang bewegt — und so die Einzeltitelauswahl in den Hintergrund rückt.

Beispiel: Den Jets-ETF kaufen ist wichtiger als die richtige Airline auszuwählen. American Airlines und Delta sind zu 94% bzw. 98% mit Jets korreliert. Das Thema-Rückenwind ist entscheidender als der Einzeltitel.

📌 Minervini-Relevanz: Leading Industries und Sektoren-Momentum beachten. Wenn ein Sektor dreht, ist breiter Rückenwind vorhanden — besser als gegen den Strom Einzeltitel zu suchen.

S&P 500-Unternehmen erwirtschaften 43% ihres Umsatzes im Ausland. Daher reagieren US-Unternehmensgewinne stark auf den handelsgewichteten Dollar und auf das Wachstum der Handelspartner.

USD-Abwertung kurbelt Gewinnwachstum an — besonders Technologie (58% Auslandsanteil), Werkstoffe (56%) und Energie (50%). Die Wirkung tritt nach 3–6 Monaten ein.

📌 USD-Stärke/Schwäche ist ein wichtiger Gewinn-Multiplikator für US-Multi-Nationals. Immer EUR/USD, DXY und G4-Industrieproduktion im Blick behalten — sie sind Leading Indicators für EPS-Revisionen.

Psychologische Marktindikatoren

Sekundäre Indikatoren, die das Sentiment der Marktteilnehmer messen: bullisch, neutral oder bärisch. Keine definitive Aus­sage über Hoch/Tief, aber wertvolle Tendenz an Extrempunkten. Extreme Angst = mögliches Tief; extreme Gier = Vorsicht.
Quelle: aktienmagazin.de / TraderFox (Marius Müllerhoff)

😱 Fear & Greed Index

CNN Business. Berechnet aus 7 Sub-Indikatoren (VIX, Put/Call, 52W-Highs/Lows, Marktbreite usw.). Misst die dominante Emotion der Marktteilnehmer auf Skala 0–100.

0–25: Extreme Angst 25–75: Neutral 75–100: Extreme Gier
→ Live: CNN Fear & Greed

📊 VIX — Marktvolatilität

CBOE Volatility Index. Erwartete 30-Tage-Volatilität des S&P 500, aus Optionspreisen abgeleitet. Tagesvolatilität ≈ VIX ÷ 16. Sehr hohe Werte = extreme Angst im Markt.

<15: Ruhig 15–25: Erhöht >30: Angst | >40: Extreme Angst
→ Live: CBOE VIX

⚖️ Put/Call Ratio

Gehandelte Puts ÷ Calls. Konträrer Indikator: Hohe Werte = viel Absicherung = Angst = mögliches Contrarian-Kaufsignal. Bullenmarkt typisch <0,7; Bärenmarkt >0,7.

<0,7: Bullisch 0,7–0,9: Vorsicht >1,0: Extreme Angst
→ Live: CBOE Put/Call Ratio

📉 % Aktien über 50/200-MA

Anteil der NYSE/NASDAQ-Aktien über ihrem 50- bzw. 200-Tage-Durchschnitt. Misst Marktbreite der Trend-Stärke. Sehr niedrige Werte = überverkauft = Contrarian-Signal.

>70%: Starker Markt 40–70%: Neutral <20%: Extrem überverkauft
→ Live: Barchart Breadth

👥 AAII Sentiment Survey

American Association of Individual Investors. Wöchentliche Umfrage bei Privatanlegern (6-Monats-Ausblick). Historische Mittelwerte: 38% bullisch / 31,5% neutral / 30,5% bärisch.

Bären >50%: Contrarian bullisch Bullen >55%: Übermut-Warnung
→ Live: AAII Survey

📰 IBD Bulls vs. Bears

Investors Intelligence Survey. Wöchentliche Umfrage unter Newsletter-Autoren (nicht Privatanlegern). Wenn Bären-% die Bullen-% überschreitet → Markttief wahrscheinlicher.

Bullen >55%: Vorsicht (Überhitzung) Bären > Bullen: Contrarian Einstieg
→ Live: IBD Bulls/Bears

💼 NAAIM Exposure Index

National Association of Active Investment Managers. Durchschnittliches Aktien-Engagement aktiver Fondsmanager. Zeigt die tatsächliche Positionierung, nicht nur Stimmung.

>80: Stark investiert 40–80: Neutral <25: Sehr defensiv = Contrarian bullisch
→ Live: NAAIM Index

⛔ Circuit Breaker

Automatische Börsenunterbrechung (15 Min.) bei heftigem Abverkauf — dient der Beruhigung der Gemüter. US-Vorschriften: 3 Stufen bei −7%, −13%, −20% des S&P 500.

Level 1: −7% → 15 min Pause Level 2: −13% → 15 min Pause Level 3: −20% → Börsenschluss
Selten ausgelöst — nur in Extremphasen (z.B. März 2020 mehrfach)

📉 Kapitulations-Gap

Abwärts-Kurslücke unter hohem Volumen: Anleger verkaufen in Panik massiv. Markiert normalerweise ein kurzfristiges Tief — danach folgt oft eine Erholungsrallye (die „schwachen Hände" sind raus).

Gap aufgetreten: Mögliches Tief Kein Gap: Evtl. noch „Luft nach unten"
Prüfen auf: Lücke im Chart + Volumenspike am Tagestief
💡 Verwendung: Psychologische Indikatoren sind sekundäre Indikatoren. Wenn alle gleichzeitig extreme Angst zeigen, ist das ein starkes Contrarian-Kaufsignal — aber immer kombinieren mit Charttechnik (Umkehrmuster, Volumen) und der Marktampel-Bewertung!

Marktbewertung: CAPE / Shiller-KGV & Forward P/E

Das Shiller-CAPE (Cyclically Adjusted Price-to-Earnings) mittelt die Unternehmensgewinne über 10 Jahre (inflationsbereinigt) und glättet so Konjunkturzyklen. Es ist ein zuverlässiger langfristiger Indikator für erwartete Renditen — aber kein Timing-Tool: Märkte können Jahre lang über- oder unterbewertet bleiben.
Live CAPE: multpl.com/shiller-pe · Forward P/E: yardeni.com/charts

Shiller CAPE — Historische Einordnung

Aktueller CAPE:  
Günstig
Fair
Teuer
Sehr teuer
515 (günstig)25 (fair)35 (teuer)55+

BCA PE-Regeln — Erwartete 10-Jahres-Rendite

Shiller CAPE / Forward P/E Erwartete Jahresrendite (10J) Einschätzung
< 15+1,9 %Günstig
15 – 20+1,5 %Fair
20 – 22+1,1 %Leicht teuer
> 22+0,5 %Teuer
Historischer Ø+1,4 %Langfrist-Benchmark

Quelle: BCA Research (Irene Tunkel)

Historische CAPE-Extreme

CAPE ~44
1999/2000
Dotcom-BlaseHistorisches Hoch. 10-Jahres-Rendite danach: −1 % p.a. Extremste Überbewertung der modernen Geschichte. Kurz darauf −49% am S&P 500.
CAPE ~14
2009
Finanzkrise-TiefHistorisch günstig nach dem Crash. Ideal für langfristige Positionen. 10-Jahres-Rendite danach: +16 % p.a.
CAPE ~8
1982
Generationen-TiefBeginn der größten Aktien-Hausse der Geschichte (Volcker → Disinflation → 20J Bull Market).
CAPE ~32
2021–2026
Post-COVID / AI-BoomErhöhte Bewertungen durch Liquiditätsflut und Tech-Dominanz. Nicht zwingend ein Verkaufssignal — aber das Rendite-Potenzial der nächsten 10 Jahre ist moderat.
💡 Wichtig: CAPE ist ein langfristiger Wertindikator, kein kurzfristiges Timing-Tool. Der Markt kann jahrelang teuer bleiben (1995–2000). Kombiniere CAPE mit der aktuellen Zyklusphase und dem Momentum — teuer + Aufwärtstrend ist besser als günstig + Abwärtstrend.

Wirtschaftskalender & Earnings

Kommende Makro-Events, Fed-Meetings und Earnings. Wichtige Termine können kurzfristig das Makro-Framework übertrumpfen (→ BCA Grundsatz 2). Regel: Keine neuen Positionen in den 48h vor einem FOMC-Meeting oder CPI-Release eröffnen.

📅 Wichtige Wiederkehrende Termine (USA)

EventFrequenzTypische AuswirkungLive-Link
FOMC Meeting (Fed-Zinsentscheidung)8× jährlichSehr hoch VIX-Spike möglichFed Calendar
CPI (Verbraucherpreise)Monatlich, ~2. WocheSehr hoch Marktbewegung ±1–3%BLS Schedule
NFP (Nonfarm Payrolls)1. Freitag des MonatsHoch ZinssensitivBLS Schedule
PCE (Fed-Lieblingsindikator)Monatlich, ~4. WocheHoch Fed-Reaktion möglichBEA Schedule
GDP (BIP-Wachstum)Quartalsbericht (3×)Mittel Rezessions-SignaleBEA Schedule
ISM Manufacturing PMI1. Werktag des MonatsMittel Früh-IndikatorISM
Earnings SeasonQuartalsbeginn (Jan/Apr/Jul/Okt)Hoch Einzeltitel ±10–30%Yahoo Earnings

🔴 Live: TradingView Wirtschaftskalender

⏳ Kalender wird geladen wenn Tab geöffnet wird...
💡 Trader-Regel: 48h vor einem FOMC-Meeting oder CPI-Release keine neuen Positionen eröffnen. Nach dem Event abwarten, ob der Markt die Nachricht mit Stärke oder Schwäche aufnimmt — und dann reagieren.

Praxis-Checkliste: Vor dem Trade

Kombiniert Minervini-Methodik mit Makro-Kontext. Hake alle Punkte ab bevor du eine neue Position eröffnest. Ziel: Mindestens 7 von 10 Punkten für eine Vollposition.

🏦 Makro-Umfeld (3 Punkte)

📈 Technisches Setup (4 Punkte)

💼 Risiko & Timing (3 Punkte)

Bereitschaft:
0/10 — Nicht bereit

📖 Abkürzungen & Begriffe

Alle im Dashboard verwendeten Fachbegriffe auf einen Blick

BIP / GDPBruttoinlandsprodukt / Gross Domestic Product. Gesamtwert aller Güter und Dienstleistungen eines Landes in einem Jahr.
CPIConsumer Price Index. Verbraucherpreisindex — misst die Inflation anhand eines Warenkorbs. Wichtigster Inflationsindikator.
PCEPersonal Consumption Expenditures. Lieblings-Inflationsindikator der Fed. Breiter als CPI, weniger Housing-Gewichtung.
Core PCEPCE ohne Nahrungsmittel und Energie — die "Kernrate". Fed-Zielgröße für Inflationssteuerung (Ziel: 2%).
NFPNonfarm Payrolls. US-Arbeitsmarktbericht, jeden 1. Freitag des Monats. Zeigt die Anzahl neuer Stellen außerhalb der Landwirtschaft.
FOMCFederal Open Market Committee. Ausschuss der US-Notenbank Fed, der die Leitzinsen festlegt. Trifft sich 8× pro Jahr.
QE / QTQuantitative Easing / Tightening. Anleihenkäufe (QE) oder -verkäufe (QT) der Fed zur Steuerung der Geldmenge.
Fed Funds RateUS-Leitzins. Der Zinssatz, zu dem Banken sich gegenseitig über Nacht Geld leihen. Wichtigster Hebel der Geldpolitik.
WALCLFRED-Kürzel für die Bilanzsumme der Federal Reserve (Fed Balance Sheet). Zeigt QE/QT-Aktivität.
M2Geldmengenaggregat: Bargeld + Sichteinlagen + Sparguthaben. Schnelles M2-Wachstum = inflationärer Druck.
PMI / ISMPurchasing Managers Index. Stimmungsindex für Einkaufsmanager. Über 50 = Expansion, unter 50 = Kontraktion.
TCUTotal Capacity Utilization. Kapazitätsauslastung der US-Industrie. Über 80% = Vollauslastung / Überhitzung.
KGV / P/EKurs-Gewinn-Verhältnis / Price-to-Earnings. Aktienkurs ÷ Jahresgewinn je Aktie. Maß für Bewertung.
Forward P/EKGV auf Basis der geschätzten künftigen Gewinne (12M). Relevanter als das historische KGV.
CAPE / Shiller P/ECyclically Adjusted P/E. KGV auf Basis der inflationsbereinigten Durchschnittsgewinne der letzten 10 Jahre. Langfristiger Bewertungsindikator.
ROEReturn on Equity. Eigenkapitalrendite = Jahresgewinn ÷ Eigenkapital. Zeigt die Profitabilität eines Unternehmens.
EPSEarnings Per Share. Gewinn je Aktie. Wichtigste Fundamental-Kennzahl für Wachstumsaktien nach Minervini.
Yield CurveZinsstrukturkurve. Zeigt Zinsen für verschiedene Laufzeiten. Normal: lang > kurz. Invertiert (kurz > lang) = Rezessionswarnung.
10Y–2Y SpreadDifferenz zwischen 10-jährigen und 2-jährigen US-Staatsanleihen. Negativ = Invertierung = historisch zuverlässiges Rezessionssignal.
HY OASHigh-Yield Option-Adjusted Spread. Renditeaufschlag von Hochzinsanleihen gegenüber Staatsanleihen. Weit = Kreditstress.
DGS10 / TNXFRED / Yahoo-Kürzel für die 10-jährige US-Staatsanleihen-Rendite (10Y Treasury Yield).
VIXCBOE Volatility Index. Misst die erwartete 30-Tage-Volatilität des S&P 500. "Angstbarometer". Hoch = Angst, niedrig = Sorglosigkeit.
Put/Call RatioGehandelte Puts ÷ Calls. Konträrer Indikator: Hoch = Angst = mögliches Kaufsignal. Unter 0,7 = Bullenmarkt-Zuversicht.
AAIIAmerican Association of Individual Investors. Wöchentliche Sentiment-Umfrage bei Privatanlegern. Starke Bären-Mehrheit = Contrarian-Signal.
NAAIMNational Association of Active Investment Managers. Exposure Index zeigt die tatsächliche Aktienquote aktiver Fondsmanager.
IBD Bulls/BearsInvestors Intelligence Survey. Wöchentliche Umfrage bei Newsletter-Autoren. Bären > Bullen = historisch gutes Einstiegssignal.
MA50 / MA20050-Tage / 200-Tage gleitender Durchschnitt. MA50 = mittelfristiger Trend, MA200 = langfristiger Trend.
Golden CrossMA50 kreuzt MA200 von unten nach oben. Bullisches langfristiges Signal.
Death CrossMA50 kreuzt MA200 von oben nach unten. Bearisches langfristiges Signal.
RS / Relative StrengthRelative Stärke einer Aktie gegenüber dem Markt. Minervini kauft nur RS-Leader (Top 5–10% des Marktes).
VCPVolatility Contraction Pattern. Minervini-typisches Chartmuster: abnehmende Volatilität → enger Pivot-Point → Ausbruch.
BaseKonsolidierungsphase nach einem Kursanstieg. Aktie "baut eine Base" bevor der nächste Aufwärts-Trend beginnt.
FREDFederal Reserve Economic Data. Datenbank der Federal Reserve Bank of St. Louis mit >800.000 wirtschaftlichen Zeitreihen.
OECD CLIOECD Composite Leading Indicators. Frühindikatoren der OECD zur Bestimmung der aktuellen Zyklusphase.
BCA ResearchInstitutional Macro-Research-Unternehmen. Quelle der 8 Anlage-Grundsätze (Irene Tunkel). Primär für institutionelle Investoren.
DXY / DX-YUS Dollar Index. Misst den Wert des USD gegenüber einem Korb von 6 wichtigen Währungen (EUR 57%, JPY 14%, GBP 12%, ...)
Cu/Au RatioKupfer/Gold-Verhältnis. Risk-On/Off Indikator: Steigt das Ratio → industrielle Nachfrage dominiert → Risk-On Umfeld.
CANSLIMInvestmentstrategie von William O'Neil (Investors Business Daily): C=Current Earnings, A=Annual Earnings, N=New, S=Supply, L=Leader, I=Institutional, M=Market.